Mit der Einladung zu einem Vorstellungsgespräch haben Sie die erste
Hürde bereits erfolgreich genommen. Um diese Chance der
Selbstpräsentation auch optimal nutzen zu können, finden Sie im
folgenden Kapitel einen Überblick rund ums Thema Vorstellungsgespräch
mit folgenden inhaltlichen Schwerpunkten:
* Die richtige
Vorbereitung auf ein
bevorstehende Gespräch
* Die
Lieblings-Fragen der Personalisten im Vorstellungsgespräch
Ein erfolgreicher Gesprächsverlauf beginnt bereits mit einer
sorgfältigen Vorbereitung im Vorfeld des eigentlichen
Vorstellungsgesprächs; denn was nützt die beste Ausbildung, wenn Ihr Sie
Ihr Outfit für den Anlass völlig unpassend gewählt haben, und auch die
besten Arbeitszeugnisse helfen Ihnen nicht mehr weiter, wenn sie
unpünktlich zum Gespräch eintreffen, weil Sie die Verkehrslage
unterschätzt haben. Im Anschluss finden Sie also Informationen zu
folgenden Themenbereichen:
Im Gegensatz zur schriftlichen Bewerbung, in der man lediglich
Kopien der relevanten Zeugnisse und Bestätigungen beilegt, werden zum
persönlichen Vorstellungsgespräch die Originaldokumente mitgebracht.
Einen besonders professionellen Eindruck vermitteln Sie, wenn Sie
überdies für jedes Dokument jeweils ein bis zwei Kopien mitnehmen, die
Sie - bei Bedarf - sofort dem Personalentscheider überreichen können.
Bei der Zusammenstellung der Dokumentenmappe orientieren Sie sich nun
besser am Leitsatz: Lieber zuviel als zuwenig. Nehmen Sie der
Vollständigkeit halber auch Ihren Lebenslauf mit, der Ihnen
beispielsweise beim Ausfüllen des Personalbogens (zumeist im
unmittelbaren Vorfeld des Gesprächs) oder auch bei Ihrer
Selbstpräsentation (im Gespräch) sehr hilfreich sein kann.
Üblicherweise wird die Dokumentenmappe nicht den Personalisten zum
Durchblättern vorgelegt, sondern es ist die Aufgabe des Bewerbers, auf
Verlangen die jeweiligen Originaldokumente aus der Mappe heraus zu
suchen und diese vorzulegen. Daher ist es auch dringend empfehlenswert,
dass Sie sich selbst mit Inhalt, Aufbau und Ordnung Ihrer
Dokumentenmappe sehr gut vertraut machen. Die Ordnung und
Vollständigkeit Ihrer Dokumenten sowie die Sicherheit und Schnelligkeit,
mit der Sie sich selbst in Ihrer Mappe zurechtfinden, ermöglicht
Personalisten recht deutliche Rückschlüsse auf Ihre Persönlichkeit und
Ihren grundlegenden Arbeitsstil ...
Die Auswahl eines passenden Outfits
Kaum eine andere Frage wird im Vorfeld eines Vorstellungsgesprächs
so regelmäßig gestellt, wie "Was soll ich zum Gespräch nur anziehen?".
Zur Unschlüssigkeit über die dem Anlass entsprechende Kleidung kommen
dann nicht selten auch noch unliebsame Überraschungen, wie der Fleck auf
der Jacke/Bluse, die doch so gut gepasst hätte ...
Daher macht gerade bei der Auswahl der adäquaten Kleidung eine
rechtzeitige Vorbereitung auch besonders viel Sinn. Probieren Sie am
besten bereits am Vortag des eigentlichen Gesprächs die mögliche
Kleidung an, um derart auf jegliche Überraschungen noch ruhig und
überlegt reagieren zu können.
Die Frage nach dem korrekten Outfit für ein Vorstellungsgesprächs lässt
sich leider nicht einheitlich/universell beantworten. Zahlreiche
verschiedene Faktoren müssen dabei mitberücksichtigt werden: Funktion,
Berufsbild, Branche, Position, zu erwartende/r
Kundenkontakt/Firmen-Repräsentation, Firmenphilosophie usw. Dennoch
haben wir folgende Orientierungshilfen zusammengestellt, durch deren
Berücksichtigung Sie weder "over-" noch "under-dressed" zu einem
Vorstellungsgespräch Gespräch erscheinen werden.
Führen Sie sich zunächst einmal vor Augen, in welcher konkreten
Arbeitskleidung Sie in der Position, für die Sie sich aktuell bewerben,
an einem normalen Arbeitstag im Unternehmen auftauchen würden. Legen Sie
jetzt noch ein "Outfit-Schäufelchen" nach, um den besonderen Anlass des
Vorstellungsgesprächs zu würdigen - mit einer derartigen
Bekleidungs-Zusammenstellung sollte Ihr Outfit jedenfalls "im grünen
Bereich" liegen.
Wenn Sie jedoch (noch) keine realistische Vorstellung von der geläufigen
Arbeitskleidung in der entsprechenden Firma haben (zB als Folge eines
Branchenwechsels oder einer kategorischen Veränderung Ihres
Berufsfeldes), sollten Sie bereits im Vorfeld des Gesprächs eruieren, in
welchem Outfit Mitarbeiter des Unternehmens morgens zur Arbeit kommen
bzw. nach Dienstschluss den Arbeitsplatz verlassen ...
Die richtige Planung der Anreise zum Gespräch
In keiner anderen Bewerbungsphase kann Ihr "Marschplan" so leicht
durcheinander geraten, wie bei der Anfahrt zum Vorstellungsgespräch. Der
verpasste Anschlusszug, der nicht eingeplante Stau, das leidige
Parkplatzproblem, das unübersichtliche Firmengelände u.ä. sind dabei die
häufigsten Zeitfresser, die in ihrer Tragweite von Bewerbern nur allzu
leicht unterschätzt werden.
Das unpünktliche Erscheinen zu einem Vorstellungsgesprächs-Termin
kann bereits ein "Knock-Out-Kriterium" für den weiteren Bewerbungserfolg
darstellen. Daher ist es auch dringend empfehlenswert, die konkrete
Anreise möglichst minutiös zu planen, um das Risiko eines
unvorhergesehenen Zwischenfalls dabei möglichst gering zu halten. Dabei
sollte der Weg zum jeweiligen Unternehmen zumindest auf dem Stadtplan
genau eruiert werden (auch moderne Navigationsgeräte arbeiten nicht
absolut fehlerfrei!), womit man aber noch nicht ausreichend über die
konkrete Verkehrs- und Parkplatzsituation zum entsprechenden Zeitpunkt
informiert sein wird.
Wenn Sie mit Ihrer Planung daher auf Nummer sicher gehen wollen, fahren
Sie an einem Werktag vor dem Vorstellungsgespräch zu einer
vergleichbaren Tageszeit die Strecke mit dem - zum Einsatz - geplanten
Verkehrsmittel ab. Bestimmen Sie derart genau jenen Zeitrahmen, der es
Ihnen unter diesen realistischen Bedingungen ermöglicht, ohne jeglichen
Zeitdruck (ca. 15 Minuten vor dem vereinbarten Zeitpunkt) zum
Gesprächstermin zu erscheinen. In Abhängigkeit von der Länge des
Anfahrtsweges und dem dabei verwendeten Transportmittel planen sie auch
noch einen ausreichenden "Zeitpuffer" für unerwartete Zwischenfälle ein.
Wenn das Gespräch im Rahmen eines weitläufigen Firmengeländes oder eines
unübersichtlichen Büro- oder Gebäudekomplexes stattfindet, eruieren Sie
- am besten gleich telefonisch nachdem Sie die Einladung erhalten haben
- den direktesten Weg zum jeweiligen Büro.
Falls sich eine Verspätung - trotz aller Vorsichtsmaßnahmen - doch
einmal nicht verhindern lässt, informieren Sie Ihren Gesprächspartner
gleich von unterwegs aus telefonisch über das Ausmaß der zu erwartenden
Verspätung. Wenn sich die Verspätung nicht mit den Terminplan des
Personalverantwortlichen vereinbaren lässt, bieten Sie am besten von
sich aus die Vereinbarung eines Ausweichtermins an.
Typische Fragen im
Vorstellungsgespräch
Den meisten Bewerbern bereitet ein Gedanke vor einem
Vorstellungsgespräch besonderes Kopfzerbrechen:
"Was wird der Personalist alles
von mir wissen wollen?".
Dabei gibt es nicht wenige Mythen und "Schauergeschichten" über die Schwierigkeit und Verschlagenheit dieser
typischen Fragen im Vorstellungsgespräch.
In Wahrheit verlieren jedoch die meisten dieser Fragen für Bewerber
schnell ihren Schrecken, sobald sie diese in aller Ruhe kennen lernen
und erfahren, warum Personalisten diese Fragen überhaupt stellen. Wenn
Sie dann auch noch ausreichend Zeit haben, um sich Ihre ganz
persönlichen Antwortstrategien zurecht zu legen, können Sie im
eigentlichen Einstellungsgespräch mit Ihren Antworten eigentlich nur
noch Pluspunkte sammeln ...
Lernen Sie also anschließend die "Lieblingsfragen" von
Personalentscheidern kennen und bereiten Sie daraufhin in aller Ruhe
Ihre individuellen Antworten für den Ernstfall vor; denn schließlich
gilt (auch) hier: Eine gute Vorbereitung ist bereits der halbe
Erfolg!
Vermeiden Sie es dabei jedoch, auf irgendwelche vorformulierten
Standard- oder Musterantworten zurück zu greifen, sondern formulieren
Sie Ihre Antworten stets mit Ihren eigenen Worten und nur mit jenen
Inhalten, die auf Ihre persönliche Situation abgestimmt sind. Betrachten
Sie also auch unsere Antwortformulierungen nur als (prinzipielle)
Anregungen und keinesfalls als Vorlage!
Bei der Auflistung der Fragen haben wir versucht, diese nach Themen und
Inhalt zusammenzufassen. Viele Personalentscheider verfolgen auch in
ihrer eigenen Gesprächsführung folgende (oder vergleichbare)
typischen Phasen eines Vorstellungsgesprächs,
die in ihrer Rangreihung und inhaltlichen Gewichtung jedoch variieren
können:
"Haben Sie gut hergefunden?"
"Der Winter will aber dieses Jahr überhaupt kein Ende nehmen – nicht
wahr?"
"Wo haben Sie denn um diese Zeit noch einen Parkplatz gefunden ?"
"Sie sind also - wie ich – auch ein leidenschaftlicher Marathon-Läufer?"
"Haben Sie während Ihrer Ausbildung auch noch den Professor XY
kennengelernt?"
usw.
Die Fragen und Gesprächsinhalte im Verlauf der ersten Minuten dienen -
aus der Sicht der Personalentscheider - vor allem einem Zweck:
Personalverantwortliche wollen damit "das Eis brechen" und den Bewerbern
die Anfangsnervosität nehmen. Ihr vorrangiges Ziel dabei ist es, dass
Sie sich im Personalbüro möglichst bald einigermaßen wohl fühlen und
Ihre anfängliche Vorsicht, Skepsis und Zurückhaltung schnell über Bord
werfen.
Im Prinzip ist ja auch gar nichts dagegen einzuwenden, wenn die
Anfangsnervosität der Bewerber durch einen einleitenden Small-Talk
reduziert wird. In weiterer Folge dürfen Sie aber keinesfalls der
Versuchung erliegen, in Ihrem - noch so sympathisch wirkenden -
Gegenüber einen verständnisvollen Freund zu sehen, dem Sie getrost alles
(inkl. Ihrer beruflichen Fehler und Missgeschicke) anvertrauen können.
Nutzen Sie also ruhig die Chance, um sich durch die - zunächst
belanglose - "Einstiegs-Plauderei" schnell zu akklimatisieren, um im
weiteren Gesprächsverlauf dennoch ausschließlich von positiven Inhalten
Ihres bisherigen Werdeganges zu berichten. Das Ausfindigmachen Ihrer
"Schwachstellen" ist die eigentliche Aufgabe der Personalentscheider –
Ihre Ziel sollte es u.a. sein, ihm diese Aufgabe möglichst schwer zu
machen ... !
Fragen zur Bewerbungs-Motivation
Bei diesem Fragen-Komplex zahlt sich eine gewissenhafte
Vorbereitung erstmals richtig aus. Daher ist es auch besonders
empfehlenswert, vor allem die Antworten auf die Fragen aus diesem
Kapitel vor jedem Gespräch aufs Neue zu recherchieren bzw.
vorzubereiten:
"Warum haben Sie sich gerade bei unserer Firma beworben?"
"Was wissen Sie denn über unser Unternehmen?"
(vor allem im Zuge von Aktivbewerbungen)
Personalisten wollen mit dieser Frage v.a. erheben, wie stark Sie sich
prinzipiell mit dem Unternehmen identifizieren, für das Sie arbeiten.
Wenn Sie bereits jetzt die - bereits im Gesprächs-Vorfeld recherchierten
- positiven Unternehmensdaten einfließen lassen ("Von Ihrem Unternehmen
ist mir bekannt, dass..."), signalisieren Sie, dass es Ihnen nicht egal
ist, für welche Firma Sie arbeiten. In Abhängigkeit von Ihrer Antwort
kann der Personalist auch auf Ihre persönliche Arbeitshaltung (hohe
Qualitätsorientierung, Einsatzbereitschaft, Innovationsfreude,...)
schließen.
"Was reizt Sie an der ausgeschriebenen Position besonders?"
"Was hat Sie an der Stellenausschreibung besonders angesprochen?"
(vor allem im Zuge von Inseratbewerbungen)
Personalverantwortliche wollen damit erheben, wie kritisch Sie
Stellen-Inserate lesen, analysieren und daraufhin Ihre
Bewerbungsentscheidung treffen.
Für Sie als Bewerber stellt diese Frage die erste Chance dar, in der
Antwort gleich auch Ihre besondere Eignung - nach dem
"Schlüssel-Schloss-Prinzip" (Schloss = Anforderungsprofil, Schlüssel
= Ihre dazu passenden Qualitäten) herauszuarbeiten. Demnach könnte Ihre
Antwort (sinngemäß) folgenderweise aufgebaut sein ...
"Sie suchen jemanden, der über ... verfügt, und da ich genau diese
Qualifikationen schon in meiner Funktion als ... in der Praxis einsetzen
konnte, hat mich Ihr Inserat auch sofort angesprochen."
Fragen zur Selbstpräsentation des Bewerbers
Mögliche Aufforderungs-Formulierungen zur sogenannten
"3bis5-Minuten-Präsentation" können lauten:
"Stellen Sie sich bitte kurz vor!"
"Erzählen Sie mir etwas über sich!"
"Wie darf man sich denn den Herrn XY vorstellen?" u.ä.
Diese Aufforderung wird in der Regel von den Personalisten mit Absicht
ganz offen formuliert. Dabei definiert Ihr Gesprächspartner
absichtlich keine konkreten Fragenschwerpunkte (wie zB in "Erzählen Sie
mir etwas über Ihre Weiterbidungs-Aktivitäten!") weil er ganz bewusst
Ihnen die Auswahl Ihrer Präsentationsinhalte überlassen möchte. Von
dieser Auswahl leiten Personalentscheider in weiterer Folge die
persönliche Wertigkeit ab, welche diese Inhalte - über die Sie hier
bevorzugt berichten - offensichtlich für Sie besitzen ...
Idealerweise folgt jetzt eine verbale Präsentation Ihres (beruflich
relevanten!) Werdeganges - die Sie tunlichst bereits zu Hause
vorbereitet haben und die (OHNE Unterbrechungen!) ungefähr 3 bis 5
Minuten dauern sollte - mit folgenden Inhalten:
* Relevante Ausbildungsschwerpunkte,
* wichtige "Berufs-Stationen"
innerhalb Ihres beruflichen Werdeganges,
* verwertbare Weiterbildungs-Inhalte und
* weitere beachtenswerte
Kompetenzen, ...
... die Sie im Zusammenhang mit der Position, für die Sie sich
aktuell bewerben, als bedeutungsvoll erachten. Dabei geht es aber nicht
um eine bloße Wiederholung der Inhalte Ihres Lebenslaufes, sondern um
eine detailliertere Wiedergabe der relevanten Stationen
Ihres Werdeganges, die über die Informationen Ihres Lebenslaufes hinaus
gehen. Natürlich ist es auch bei dieser Präsentation Ihre ureigenste
Aufgabe, ausschließlich über Ihre positiven Leistungen zu
berichten und negative Inhalte nicht einmal anzudeuten!
Nachfassfragen zur 3bis5-Minuten-Präsentation
Die 3bis5-Minuten-Präsentation kann im tatsächlichen
Gesprächsverlauf ihrem Namen nur dann gerecht werden, wenn Sie dabei
nicht unterbrochen werden. Üblicherweise unterbrechen
Personalentscheider jedoch die Bewerber während Ihrer Präsentationen,
sobald diese zu bestimmten Punkten Ihres Werdeganges
genauere/weiterführende Informationen erfahren möchten, beispielsweise
mit folgenden Nachfassfragen:
"Warum haben Sie gerade diesen Berufs-/Ausbildungs-WEG gewählt ?"
Damit versuchen Personalverantwortliche zu erheben, ob Sie Ihren
Berufsweg wohlüberlegt oder eher zufällig eingeschlagen haben und ob
Ihre Erwartungen und Ihre damalige Selbsteinschätzung realistisch waren
und bis zum heutigen Tag von der Realität eher bestätigt oder widerlegt
wurden.
"Von welchen Ausbildungs-Inhalten können Sie/wir beruflich am ehesten
profitieren?"
Vor allem von Berufseinsteigern mit wenig verwertbarer Berufspraxis
erwarten Personalisten, dass diese ihre Ausbildungsinhalte möglichst
praxisorientiert und als - für Arbeitgeber - möglichst interessant
darstellen – Kommen Sie diesem Wunsch nach!
"Warum bzw. wie wurde das Arbeitsverhältnis bei der Firma XY beendet?"
Diese Frage wird von Pesonalentscheidern gerne und regelmäßig gestellt
und sollte - aufgrund der von den Antworten abgeleiteten weitreichenden
Schlussfolgerungen - von Bewerbern besonders gut durchdacht werden.
Wenn Sie das Dienstverhältnis von sich aus beendet haben, weil Sie ein
interessanteres bzw. besseres Job-Angebot gefunden haben oder Sie
vielleicht sogar abgeworben wurden, brauchen Sie aus diesem Umstand
prinzipiell kein Geheimnis machen. Auch im Falle von Firmenauflösungen
oder bei weitreichenden Personalreduktionen kann man Ihnen persönlich
keinen Vorwurf machen. Weitere - auch für Personalisten - durchaus
akzeptable Gründe für einen Unternehmenswechsel sind z.B.
unverhältnismäßig lange Anfahrtswege, mangelnde
Weiter-Entwicklungsmöglichkeiten, fehlende finanzielle Perspektiven oder
anhaltende Unterforderung.
Sofern einmal persönliche Unstimmigkeiten mit Vorgesetzten,
Kollegen oder Mitarbeitern den Ausschlag für den Firmenwechsel gegeben
haben, kann das im Prinzip auch zugegeben werden; wiederholt sollte
diese Begründung jedoch nicht herhalten müssen, da Sie sonst
Gefahr laufen, dass der Personalist einen potenziell "schwierigen"
Mitarbeiter in Ihnen ortet.
Da bei der Auflösungen von Dienstverhältnissen in der Regel mehrere
Faktoren ausschlaggebend sind, sollten Bewerber tunlichst nur jene
Gründe/Ursachen anführen, mit denen man die eigenen Chancen am wenigsten
reduziert. Bei der "produktivsten" Beantwortung dieser heiklen
Fragestellung sind wir Ihnen bei Bedarf übrigens ebenso
behilflich, wie bei der förderlichsten Erklärung/Rechtfertigung von
längeren Phasen der Erwerbslosigkeit.
"Was hat Ihnen (an der Tätigkeit) bei der Firma XY (am meisten)
ge/missfallen?"
Achtung - FANGFRAGE!
Hier geht es vor allem um eine Überprüfung Ihrer generellen Loyalität
gegenüber Ihren Arbeitgebern!
Ganz egal, was Sie in Ihren Ex-Firmen auch immer erlebt haben, lassen
Sie sich von diese Fragestellung keinesfalls dazu verleiten,
Ihre/n ehemaligen Arbeitgeber offen zu kritisieren. Viele Personalisten
befürchten dann nämlich, dass Sie später einmal genauso ihre Unternehmen
kritisieren werden, was Bewerbern also zumeist als mangelnde Loyalität
ausgelegt wird. Betonen Sie stattdessen lieber, wie (gut) Sie sich
beispielsweise in den Unternehmen weiterentwickeln konnten bzw. was Sie
im Verlauf Ihrer Firmenzugehörigkeiten gelernt haben.
"Wo sehen Sie sich (selber) in 3/5/10 Jahren?"
"Welche (persönlichen) Ziele wollen Sie in 3/5/10 Jahren erreicht
haben?"
Nicht selten schließt Ihr Rückblick auf Ihren bisherigen Werdegang mit
einer - vom Personalverantwortlichen gestellten - Frage nach jenen
Zielen, die Sie beim nächsten Arbeitgeber verwirklichen wollen. Dabei
versuchen Personalisten, Ihren persönlichen Ehrgeiz, Ihre
Zielstrebigkeit und vor allem auch das Ausmaß Ihrer realistischen
Erwartungshaltung abzuschätzen.
Prinzipiell sollten Sie dabei mit Ihrer konkreten Antwort signalisieren,
dass Sie eine (möglichst) langfristige Zusammenarbeit anstreben und – im
Rahmen der gegebenen Möglichkeiten (!) – auch an sich bietenden
Aufstiegschancen prinzipiell interessiert sind. Beschreiben Sie dabei im
Zweifelsfall besser keine konkret angestrebten Positionen oder zu genaue
Zeitraum-Prognosen, sondern erheben Sie bei dieser Gelegenheit gleich
selber beim Personalentscheider die diesbezüglichen
Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb des Unternehmens.
Fragen zur fachlichen Qualifikation
Bei einer erfolgreichen Behandlung dieses Fragenkomplexes geht es
nicht nur um eine gute und realistische Selbsteinschätzung, sondern auch
um die Präsentation einer gesunden Portion Zuversicht und
Selbstbewusstsein. Dafür ist es zunächst einmal erforderlich, sich vor
jedem Gespräch aufs Neue zu Hause in Ruhe zu überlegen, auf welche Ihrer
bisher angeeigneten Fachkompetenzen Sie stolz sein können. Fragen Sie
sich dabei, was Sie - zumindest eine Spur - besser können/beherrschen,
als Ihre (Ex-)Kollegen und und weisen Sie v.a. auf diese Qualifikationen
dann im Vorstellungsgespräch ausdrücklich hin. Nach diesen Überlegungen
sollte Ihnen die konstruktive Bearbeitung folgender Fragen keine
Schwierigkeiten mehr bereiten:
"Was sind Ihre fachlichen Stärken?"
"Was unterscheidet Sie (in fachlicher Hinsicht) von Ihren
Mitbewerbern?"
"Warum sollte ich mich ausgerechnet für Sie entscheiden?"
Bei diesen Fragen geht es vor allem um folgendes: Sind Sie sich Ihrer
eigenen Stärken, die Sie für diese Position qualifizieren, überhaupt
selber bewusst? Denn wenn Sie diese - Ihre Stärken selber nicht
kennen bzw. präsentieren können, werden sich leider auch die
Personalisten nur schwer/eingeschränkt für Sie begeistern können ...
Überzeugen Sie dabei aber nicht nur mit einer bloßen Auflistung Ihrer
konkreten Kompetenzen, sondern gestalten Sie diese Selbstpräsentation
mit kurzen und prägnanten Beschreibungen beruflicher Situationen, in
denen Sie diese Qualifikationen bereits erfolgreich ein- und umsetzen
konnten, noch anschaulicher.
"In welchen Bereichen benötigen Sie noch Weiterbildung?"
"Was sind Ihre fachlichen Schwächen?"
Falls Sie - hinsichtlich der vorliegenden Position - wesentliche
fachliche Defizite mitbringen aber den Job dennoch ergattern wollen,
liegt es auf der Hand, dass Sie diese Schwächen nicht offen eingestehen
dürfen. Außerdem ist es eine der Aufgaben des Personalisten, Ihre
Defizite – falls vorhanden – "auszugraben"; diesen "Job" sollten Sie ihm
so schwer wie möglich machen ...
Ihre weiteren Einstellungs-Chancen wahren Sie, indem Sie stattdessen
entweder ein bis zwei fachliche Schwächen angeben, die für die
entsprechende Position nicht entscheidend sind oder Sie geben kleinere
Kompetenz-Defizite zu, die sich jedoch ohne allzu großen (finanziellen
wie zeitlichen) Aufwand im Falle einer Jobzusage schnell beseitigen
lassen würden. Auch Schwächen, die der Personalist während des
bisherigen Gesprächsverlaufs bereits erkannt hat, brauchen Sie dann
nicht weiter zu verheimlichen.
Wenn Sie aufgefordert werden, eine ARBEITSPROBE abzulegen ...
"Verkaufen Sie mir diesen Kugelschreiber hier!"
"Could you continue in English (oder in einer alternativen
Fremdsprache), please!"
"Verknüpfen Sie bitte hier am Computer diese Adress-Datei mit diesem
Serienbrief!"
"Führen Sie mit mir - als erbosten Kunden - ein Reklamationsgespräch!"
usw.
Die Aufforderung zur Ablegung einer praktischen "Arbeitsprobe" trifft
viele Bewerber oft völlig unerwartet. Reflexartig gehen zahlreiche
Bewerber dann in der Folge sofort in die "Defensive" und entschuldigen
bzw. rechtfertigen sich für (vermeintlich) schlechte Leistungen, die sie
noch nicht einmal erbracht haben. Dabei geht es jedoch bei dieser
Aufforderung nicht nur um eine Kontrolle Ihres tatsächlichen
Könnens, sondern auch um eine Überprüfung Ihrer Verhaltensstrategien
(z.B. ruhig & gelassen vs. hektisch & nervös) im Umgang mit unerwarteten
Anforderungen.
Überlegen Sie sich (z.B. anhand des vorliegenden Anforderungsprofils)
also bereits im Gesprächs-Vorfeld, mit welchen möglichen Arbeitsproben
man Sie überhaupt konfrontieren könnte und bereiten Sie sich auf
wahrscheinliche Arbeitsproben (zumindest mental) vor, indem Sie z.B.
Ihre 3bis5-Minuten-Präsentation auch in Englisch einstudieren, sofern in
der Stellenausschreibung auf gute Englisch-Kenntnisse ausdrücklich Wert
gelegt wird ...
Falls Sie eine Arbeitsproben-Aufforderung dennoch einmal unvorbereitet
treffen sollte, versuchen Sie trotzdem möglichst ruhig zu bleiben und
die Herausforderung gelassen und zuversichtlich anzunehmen. Geben Sie
Ihr Bestes und erst wenn Ihr Gesprächspartner Unzufriedenheit
signalisiert, geben Sie zu, dass Sie auf diesem Gebiet über einen
gewissen Nachholbedarf verfügen, der sich jedoch mit entsprechender
Weiterbildung sicher schnell beseitigen lässt ...
Fragen zu Ihrem ARBEITSSTIL
"Welche Kompetenzen zeichnen Ihrer Meinung nach einen guten XY
(beliebige Funktionsbezeichnung) aus?"
"Worauf legen Sie im Verkaufsgespräch besonderen Wert?"
"Was ist Ihnen in der Personalführung besonders wichtig?"
"Wie bereiten Sie ein heikles Mitarbeitergespräch vor?"
usw.
Auch hier wird Ihnen die Beantwortung dieses Fragen-Komplexes nur
dann schwer fallen, wenn Sie sich selber Ihres eigenen Arbeitsstils
noch zuwenig bewusst geworden sind. Überlegen Sie sich daher ...
* mit welchen Aufgaben und Anforderungen Sie
in Ihrem Beruf regelmäßig konfrontiert werden;
* mit welchen
persönlichen Strategien/Techniken Sie in der Regel diesen
Anforderungen gerecht werden;
* von welchen dieser
Bewältigungsstrategien vermutlich auch Ihr nächster Arbeitgeber
profitieren möchte.
Fragen zu den (persönlichkeitsbezogenen)
"Soft-Skills"
Bei diesen sogenannten "Soft-Skills" handelt es sich um
beruflich relevante persönlichkeitsbezogene
Charaktereigenschaften, die beispielsweise Aufschluss darüber geben
können, ...
* wie gut Sie sich als Mitarbeiter von Ihren
Vorgesetzten "führen" lassen,
* von welchen Charaktereigenschaften Ihr
Arbeitgeber prinzipiell profitieren wird können,
* wie schnell bzw. in welcher Teamrolle Sie
sich in ein bestehendes Arbeitsteam einfügen werden,
* wie gut Sie (auch) für Führungsfunktionen
einsetzbar sind,
* ob Sie mit Ihrer Grundhaltung zur
bestehenden Unternehmensphilosophie "kompatibel" sein werden,
* wie gut Sie vermutlich mit der bestehenden
Kollegenschaft harmonieren werden,
* und alle weiteren
Fragestellungen, die sich vorrangig mit Ihrer Persönlichkeit
beschäftigen.
"Wie würde Sie jemand, der Sie sehr gut kennt, charakterisieren?"
"Wie würden Sie sich selber beschreiben?"
Diese Frage ist (wieder einmal) bewusst offen formuliert und
lässt Ihnen daher bei der inhaltlichen Schwerpunktsetzung Ihrer
anschließenden Antwortgenerierung völlig freie Wahl.
Beantworten Sie also am besten die oben gestellten Fragen
ausschließlich mit positiven Charaktereigenschaften. Betonen
Sie dabei vor allem jene Persönlichkeitsstärken, die Sie vermutlich auch
nutzbringend in die aktuelle-, zu besetzende Position einbringen können.
Idealerweise beschränken Sie sich dabei nicht nur auf eine bloße
Auflistung einer Reihe von positiven Eigenschaften, sondern schildern
für jede Ihrer Charakter-Stärken auch eine kurze und anschauliche
berufliche Episode, in der Sie diese Eigenschaft bereits erfolgreich
unter Beweis stellen konnten.
"Was sind Ihre (persönlichkeitsbezogenen) Schwächen?"
"Mit welchen Ihrer Persönlichkeitseigenschaften sind Sie selber
unzufrieden?"
"Auf welche Charakter-Schwächen muss muss man sich bei Ihnen
einstellen?"
Diese Fragen gehören nicht nur zu den - von Bewerbern - am meisten
gefürchteten-, sondern leider auch zu den am häufigsten von
Personalisten gestellten Fragen.
Unsere Empfehlung dazu: Volle Aufrichtigkeit schadet Ihnen auch
bei dieser Fragestellung und wird bei der Personalentscheidung letztlich
gegen Sie verwendet werden! Sämtliche Antworten, die den Personalisten
vermitteln, dass man sich mit Ihnen einen "schwierigen" Mitarbeiter
einhandeln könnte, sollten deshalb absolut tabu sein.
Wählen Sie stattdessen besser eine der folgenden Antwortstrategien:
*
Führen Sie persönlichkeitsbezogene Schwächen an, die für die
erfolgreiche Ausübung der zu besetzenden Position wenig- bis gar
nicht relevant sind (wie z.B. der Programmierer, der angibt,
sich in großen Menschenmengen unbehaglich zu fühlen ...)
*
Geben Sie Schwächen/Defizite zu, die dem Interviewer im
bisherigen Gesprächsverlauf ohnehin nicht entgangen sein können
(z.B. "Nervosität in wichtigen/bedeutenden Situationen", falls
diese sowieso offensichtlich ist)
*
Idealerweise verstehen Sie es jedoch, tatsächliche
Stärken als vermeintliche Schwächen zu "tarnen" und mit
derartigen (produktiven) Schwächen noch zusätzliche Plus-Punkte
zu sammeln (wie z.B. der penible Buchhalter, der einfach unfähig
ist, jegliche Unordnung in seinem Umfeld zu ertragen ...)
Noch ein Hinweis:
Ca. 2 von 3 Bewerbern beantworten die Frage nach ihren Schwächen
mit "meine Ungeduld", was zwar prinzipiell unter
"konstruktive Antworten" eingereiht werden kann, aber von den
meisten Personalisten (aufgrund der mangelnden Originalität)
nicht mehr besonders ernst genommen wird ...
"Wie sollten Ihre Vorgesetzten/Kollegen/Mitarbeiter möglichst
(nicht) sein, wenn Sie es sich aussuchen könnten?"
Hier geht es nicht wirklich in erster Linie darum, welche
Menschentypen Sie im beruflichen Umfeld mehr oder weniger
bevorzugen, sondern viel mehr um eine Feststellung, wie gut man
mit Ihnen während der Arbeitszeit zwischenmenschlich auskommen
kann.
Je mehr Wünsche und Anforderungen Sie als Antwort auf diese
Fragestellung auflisten, umso weniger wahrscheinlich wird Ihr
tatsächliches zukünftiges Arbeitsumfeld damit in Einklang zu
bringen sein. Sie sollten hier also besser nicht den
Eindruck erwecken, dass Ihre Ansprüche an die Wesensmerkmale
Ihrer Mitmenschen besonders hoch sind. Führen Sie daher lieber
ein bis zwei Merkmale an, die kaum jemand auf Dauer an seinen
Arbeitskollegen tolerieren wird (zB Choleriker, die wegen jeder
Kleinigkeit sofort explodieren oder chronische
Anstrengungs-Vermeider, die sich vor jeder Arbeit am liebsten
drücken möchten u.ä.).
"Beschreiben Sie Ihr/e Teamfähigkeit / Teamverhalten!"
"Welche Position innerhalb eines Teams bevorzugen Sie?"
Dieser Fragenkomplex soll nicht nur Ihren Teamgeist "unter die
Lupe nehmen", sondern auch feststellen, wie gut sie sich mit
Ihren hier geäußerten Erwartungen voraussichtlich in ein
bestehendes Team einfügen werden können.
In den meisten Fällen empfiehlt es sich, bei dieser Frage
jedenfalls Ihren ausgeprägten Teamgeist zu unterstreichen am
besten gleich auch ein anschauliches Beispiel aus Ihrer
bisherigen Berufserfahrung als Beleg dafür zu beschreiben. Aber
auch bestimmte Freizeitaktivitäten (z.B. typische
Teamsportarten) werden gerne als Hinweis auf vorhandene
Teamfähigkeit anerkannt.
Berücksichtigen Sie auch, dass die von Ihnen genannte
"bevorzugte Teamposition" auch etwas über Ihre persönliche
Arbeitshaltung und Ihren beruflichen Ehrgeiz (zB
informelle/Führungsposition, "Informations-Schnittstelle",
ausführendes Organ, Vermittler u.ä.) aussagen kann.
"Wie gehen Sie mit Konflikten/Intrigen/Mobbing um?"
Mit dieser Fragestellung sollen Ihre soziale Kompetenzen sowie
Ihre psychische Belastbarkeit/Robustheit im Umgang mit- und der
Bewältigung von belastenden emotionalen Situationen erhoben
werden. Außerdem ist diese Frage für Bewerber oft auch bereits
ein konkretes Anzeichen dafür, dass man in der zu besetzenden
Position mit vergleichbaren emotionalen Spannungen rechnen
sollte.
Eine geeignete Antwortstrategie wäre beispielsweise ein Hinweis
darauf, dass Sie im Fall einer Auseinandersetzung sehr bald das
offene Gespräch mit allen Beteiligten suchen, um derartige
Probleme möglichst rasch wieder aus der Welt schaffen zu können.
Fragen zum privaten Hintergrund des Bewerbers
Gerade Fragen, die das private Umfeld von Bewerbern betreffen,
lösen oftmals Unbehagen aus, da bei vielen dieser Fragen für die
Job-Aspiranten nicht nachvollziehbar ist, was deren Beantwortung mit
ihrer Bewerbung zu tun hat. Nichtsdestotrotz werden diese sehr
persönlichen Fragen dennoch oft beantwortet, da befürchtet wird, dass
man sonst als verschlossen oder unaufrichtig gelten könnte und auf
diesem Weg eine Absage riskieren würde.
Dabei sollten sich Bewerber jedoch vor Augen führen, dass - solange
diese die Fragen des Personalisten ohne Umschweife beantworten - damit
auch gleichzeitig signalisiert wird, dass man ihnen mit diesen
Fragestellungen (noch) nicht zu nahe tritt. Daraufhin wird der
Interviewer konsequenterweise die nächste – vielleicht noch
persönlichere – Frage stellen, die Sie mit einer bereitwilligen
Beantwortung als legitim anerkennen bzw. akzeptieren ...
Durchbrechen Sie also rechtzeitig diesen Befragungs-"Teufelskreis",
indem Sie sich bei sämtlichen Fragen, die Ihnen im Zusammenhang mit der
aktuellen Bewerbung als zu persönlich/intim erscheinen, am besten
folgenderweise verhalten: Fragen Sie den Interviewer (ohne
jeglichen vorwurfsvollen Unterton!), inwiefern die Beantwortung der eben
gestellten Frage mit der prinzipiellen Eignung für die zu besetzende
Funktion zusammenhängt. Wenn Ihnen der Personalentscheider daraufhin
einen guten/nachvollziehbaren Grund nennen kann, sollte auch die
gestellte Frage für Sie legitimiert sein. Kann er seine Fragestellung
jedoch nicht hinreichend begründen, wird er vermutlich dieselbe entweder
ohnehin von sich aus zurück ziehen, oder Sie sollten sich überlegen, ob
Sie ein Gespräch mit einer derart indiskreten Person überhaupt
weiterführen wollen ...
"Wie ist Ihre Kinderbetreuung geregelt/organisiert?"
"Wer schaut auf die Kinder, während Sie in der Arbeit sind?"
"Wer kümmert sich im Krankheitsfall um die Kinder?"
Mit diesen Fragen werden (vor allem alleinerziehende) Frauen mit Kindern
konfrontiert, da Personalverantwortliche häufig befürchten, dass deren
Kinderbetreuungspflichten zu verstärkten Ausfällen/Fehlzeiten führen
und/oder die zeitliche Verfügbarkeit dieser Mitarbeiterinnen (über die
üblichen Arbeitszeiten hinaus) dadurch eingeschränkt wird.
Wenn Sie also mit den oben beschriebenen "Befürchtungen" konfrontiert
werden, können Sie im Idealfall darauf hinweisen, dass noch andere
Personen (z.B. Groß-/Eltern, Verwandte, Nachbarn, Partner ...) vorhanden
sind, die auch kurzfristig in der Lage sind, bereitwillig einzuspringen
und sich um die Kinder zu kümmern.
"Welchen Freizeit-Interessen gehen Sie nach?"
"Was sind Ihre Hobbies?"
"Was tun Sie in Ihrer Freizeit?"
"Welche Sportarten üben Sie selber aktiv aus?"
Mit diesen Fragestellungen verfolgt ein Personalentscheider folgende
zwei Ziele. Auf der einen Seite kann er von der Wahl der Hobbies auf so
manche zugrunde liegende Persönlichkeitseigenschaft des Bewerbers (zB
Einzelkämpfer oder Teamplayer) schließen; auf der anderen Seite soll
damit auch abgeschätzt werden, ob sich aus der Ausübung der angeführten
Freizeitaktivitäten irgendwelche negativen Auswirkungen auf die
berufliche Leistungsfähigkeit des potenziellen Mitarbeiters ergeben
könnten.
Am besten signalisieren Sie durch die Auswahl Ihrer Freizeitaktivitäten
...
* Lernfreude und Weiterbildungsbereitschaft
(z.B. mit Freude am Lesen/Dokumentieren, VHS-Kursen/Seminaren
u.ä.)
* Gesundheitsbewusstsein (v.a. mit
Ausdauersportarten wie Radfahren, Schwimmen, Wandern ...)
* vorhandenen Teamgeist (mit
Hinweis auf Ausübung von Mannschafts-Sportarten)
Generell weniger empfehlenswert ist es, auf Hobbies bzw. Sportarten
hinzuweisen, die ...
* mit einem hohen Verletzungsrisiko (und
entsprechenden Krankenständen) verbunden sind
* auf ausgeprägte
Risikobereitschaft schließen lassen (zB Motorsport,
Drachenfliegen, Freiklettern u.ä.) – außer das angestrebte
Berufsbild setzt das voraus
* mit hohen zeitlichen- (z.B.
"Vereinsmeierei", Weltreisen) und/oder finanziellen
Investitionen (z.B. Pferdezucht) verbunden sind, da dadurch die
angenommene Wertigkeit der Berufsausübung für den Bewerber
gering erscheint
"Wie groß ist Ihre Überstundenbereitschaft?"
"Wie stehen Sie zu Überstunden?"
Mit derartigen Fragen wollen Personalisten erheben, wie weit Ihre
Arbeitshaltung auch durch Ihre Bereitschaft zur "Mehrleistung"
gekennzeichnet wird und wie gut Sie für anfallende Überstunden
voraussichtlich eingesetzt werden können.
Da in den meisten Unternehmen zumindest zeitweise Überstunden anfallen,
empfiehlt es sich auch, mit den Antworten auf diese Fragen auch eine
prinzipielle Überstundenbereitschaft zu signalisieren. Bevor Sie jedoch
das maximal mögliche Überstundenausmaß selber quantifizieren, sollten
Sie die Frage zurückgeben und derart zu erheben versuchen, wie viele
Überstunden denn in der zu besetzenden Position normalerweise anfallen.
Ob dieses Überstundenausmaß für Sie dann auch akzeptabel ist, können
natürlich nur Sie selbst entscheiden und hängt vermutlich auch von der
Art der entsprechenden Überstunden-Abgeltung ab ...
"Wie steht es um Ihre Gesundheit?"
"Wann waren Sie zuletzt krank / beim Arzt / im Spital?"
"Was tun Sie für Ihre Gesundheit?"
Natürlich geht es bei diesem Fragenkomplex vor allem um die Erhebung der
zu erwartenden Krankenstände / Ausfallszeiten. Wenn diese - aufgrund
Ihrer Aussagen - auch nur andeutungsweise gehäuft zu erwarten sind,
schränken Sie Ihre Job-Chancen damit deutlich ein.
Behalten Sie also alle gesundheitlichen Defizite, durch die Sie in der
Ausübung Ihrer Berufstätigkeit nicht eindeutig beeinträchtigt werden, am
besten für sich. Vorübergehende und/oder harmlose Erkrankungen wie
Verkühlung, Grippe, Schnupfen u.ä. können Sie jedoch ohne weiteres
anführen.
Aber nicht nur die Eigendefinition Ihres allgemeinen
Gesundheitszustandes, sondern auch die anschauliche Beschreibung dessen,
was Sie selber aktiv für Ihre Gesundheit tun, unterstreicht die
Glaubwürdigkeit Ihrer Aussagen. Fitness-orientierte Sportarten, ein
gesundheitsbewusster Ernährungs- und Lebensstil (z.B. Nichtraucher!)
sowie regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen werden hier als positive
Argumente wahrscheinlich weitere Gutpunkte für Sie sammeln.
Abschließende Fragen
"Wann könnten Sie bei uns einsteigen / anfangen?"
Sogar wenn es Ihnen prinzipiell möglich wäre, gleich zu beginnen,
ist es in den meisten Fällen gar nicht erforderlich, "sofort" verfügbar
zu sein. Ihre Antwort auf diese Frage sollte sich also – solange kein
"Notfall" vorliegt, bei dem Sie unmittelbar beginnen müssten – auf die
üblichen Einstiegstermine (z.B. über/nächster Monatsbeginn) beziehen.
"Welches Gehalt stellen Sie sich für diese Position vor?"
"Wie sehen Ihre Gehaltsvorstellungen aus?"
Diese Aufforderung stellt in beinahe jedem Vorstellungsgespräch einen
Fixpunkt dar und zählt - aufgrund der möglichen Tragweite der
Antwort-Konsequenzen - bei vielen Bewerbern zu den unangenehmsten
Fragen. Schließlich kann man sich durch die voreilige Äußerung eines zu
hohen Gehaltswunsches womöglich um den Job bringen; und auch wenn
Bewerber ein niedrigeres Gehalt nennen, als prinzipiell möglich wäre,
hat man nachträglich kaum noch Chancen, den vorgesehenen Gehaltsrahmen
auszuschöpfen.
Wie man also erkennen kann, kommt es gerade bei der Behandlung dieser
Frage vor allem auf die richtige Verhandlungs-Strategie und
Gesprächs-Taktik an. Da es aber leider auch und gerade bei dieser
Gehaltsfrage kein allgemein gültiges Patentrezept gibt, haben wir in der
Folge eine Reihe von Tipps und Ratschlägen zusammengestellt, mit denen
man auch diese besonders heikle "Gretchenfrage" erfolgreich bewältigen
kann:
* Versuchen Sie zunächst einmal, die
Frage an den Interviewer zurückzugeben (z.B. mit "Wie hoch ist
denn diese Position dotiert?" oder "Wo im vorhandenen
Gehaltsrahmen würden Sie mich für diese Position einstufen?"
u.ä.).
* Wenn der Personalist darauf beharrt, dass
Sie einen ersten Wert äußern (was üblicherweise der Fall sein
wird!), nennen Sie keinen Fixwert, sondern einen Rahmen, den Sie
auch vom konkreten Aufgabengebiet abhängig machen und der Ihnen
dann noch einen gewissen Verhandlungs-Spielraum offen lässt.
* Machen Sie die Höhe der von Ihnen genannten
Werte auch von der Qualität des bisherigen Gesprächsverlaufs
abhängig; sofern Sie also den Eindruck haben, dass Ihr
Gesprächspartner sehr an Ihnen interessiert zu sein scheint,
legen Sie Ihr "Eröffnungs-Angebot" ruhig etwas höher an.
* Achten Sie bei der Nennung Ihres (ersten)
Gehaltswunsches besonders genau auf die (auch nonverbale!)
Reaktion Ihres Gegenübers, sobald Sie dabei den Eindruck
gewinnen, dass Sie möglicherweise einen zu hohen Wert genannt
haben, relativieren Sie denselben unverzüglich als "ersten
Verhandlungswert" und ersuchen gleichzeitig um ein
Vergleichsangebot.
* Fixieren Sie bereits vor der
Gehaltsverhandlung für sich selber Ihre absolute unterste
"Gehalts-Schmerzgrenze", unter der eine Arbeitsaufnahme für Sie
keinen Sinn mehr machen würde; auch wenn Sie dann stets mit
einem (deutlich) höheren Wert in die Gehaltsverhandlung
einsteigen, lassen Sie sich auch in einer sehr harten
Verhandlung keinesfalls mehr unter dieses Limit drücken.
* Vor allem für Berufs- oder Branchen-EIN-
und –UMsteiger ist es besonders ratsam, bereits vor dem Gespräch
die branchenüblichen Gehälter zu recherchieren.
* Werden Sie sich selber (ebenfalls bereits
im Gesprächs-Vorfeld!) des Wertes Ihrer Mitarbeit bewusst und
argumentieren Sie in der Folge selbstbewusst und anschaulich,
warum Sie das anvisierte Gehalt auch wert sind.
* Verkaufen Sie sich möglichst nicht
(deutlich) unter Ihrem tatsächlichen "Wert" – schon allein auf
die Bereitschaft dazu reagieren viele Personalverantwortliche
misstrauisch und ablehnend.
"Haben Sie abschließend (selber) noch Fragen?"
Dieses Angebot wird in der Regel nicht aus Höflichkeit gemacht, sondern
erlaubt dem Personalentscheider zu erheben, wie interessiert Sie an der
entsprechenden Stelle gegen Gesprächs-Ende immer noch sind.
Auch wenn viele Bewerber zu diesem Zeitpunkt vom Gespräch bereits
erschöpft sind, sollte man sich gerade diese Chance, zur Bestätigung der
ungebrochenen Motivation zur Mitarbeit nicht entgehen lassen und auch
tatsächlich noch einige "kluge" Fragen stellen.
Wie bei allen anderen Fragen, lohnt es sich auch in diesem Fall, wenn
Sie sich Ihre Fragen, die Sie im gesamten Gesprächsverlauf (nicht
nur am Gesprächs-Ende!) klären wollen, bereits zu Hause vorbereiten – am
professionellsten übrigens in Form eines persönlichen "Fragen-Katalogs",
den Sie (spätestens) jetzt hervorziehen, um die für Sie noch offen
gebliebenen Punkte mit Ihrem Gesprächspartner zu klären.
Prinzipiell eignen sich u.a. folgende Fragen-Inhalte für das
Vorstellungsgespräch recht gut:
* noch nicht (ausreichend) geklärte Punkte der
Stellen- und Funktionsbeschreibung
* Fragen bezüglich Umfang, Art und
Dauer der vorgesehenen Einarbeitung
* konkrete Definition der Arbeits-Rahmenbedingungen
sowie der Stellung innerhalb der personellen Hierarchie
* Fragen zu den Entwicklungsmöglichkeiten (sowohl
hierarchisch, wie auch hinsichtlich der Weiterbildung)
* Gründe für die (Neu-)Besetzung der
ausgeschriebenen Position
* Unternehmensphilosophie/-pläne/-aussichten
u.ä.
Vor allem eine Frage sollte aber in jedem Fall geklärt werden,
bevor das Gespräch beendet wird:
"Wie verbleiben wir?"
"Wie ist die weitere Vorgehensweise?"
Dabei sollten Sie sich jedoch keinesfalls mit Aussagen wie "Sie hören
von mir" oder "Wir melden uns bei Ihnen" allein zufrieden geben; fragen
Sie stattdessen immer konkret nach, bis wann Sie mit einer
Antwort/Entscheidung/Benachrichtigung rechnen dürfen. Erst wenn der
dabei definierte Zeitraum vorüber gegangen ist, ohne dass Sie
verständigt wurden (was in der Praxis übrigens leider gar nicht selten
vorkommt!), können Sie sich getrost (am besten telefonisch) nach dem
weiteren Verlauf Ihrer Bewerbung erkundigen.
Korrektes Verhalten WÄHREND des
Vorstellungsgesprächs
Der entscheidende Moment ist endlich gekommen, und die Tür zum Büro des
Personalverantwortlichen öffnet sich. Damit Sie bei Ihrem anschließenden
persönlichen Auftritt auch den richtigen Eindruck vermitteln, lesen Sie
in diesem Kapitel ...
Die entscheidende Bedeutung des "ersten Eindrucks"
Sobald zwei Menschen erstmals einander begegnen, bilden sie sich
bereits im Verlauf der ersten Sekunden eine (nicht selten vorgefasste)
Meinung zu ihrem Gegenüber. Zu dieser ersten Eindrucksbildung trägt
jedoch - neben dem verbalen Verhalten - in erster Linie die
Körpersprache des Beurteilten bei.
Nachdem man sich dann diesen ersten Eindruck gebildet hat, kommt es
nicht selten vor, dass man sich dann der beurteilten Person gegenüber
auf eine bestimmte Art und Weise verhält, wodurch es beiden Parteien (!)
oft erschwert wird, den bereits gefassten ersten Eindruck wieder
aufzuheben (ganz im Sinne einer "selbsterfüllenden Prophezeiung").
So erwartet man beispielsweise von einem vermeintlichen "Faulpelz"
ohnehin keinen besonderen Einsatz/Fleiß und beauftragt lieber gleich
eine andere Person mit einer wichtigen Aufgabe, wodurch aber der
Eindruck der mangelnden Leistungsbereitschaft nur weiter zementiert
wird, da der Beurteilte keine Möglichkeit mehr erhält, seinen "guten
Ruf" wieder herzustellen ...
Damit Sie also gleich von Beginn an einen möglichst positiven ersten
Eindruck vermitteln, beachten Sie am besten folgende Empfehlungen:
*
Machen Sie sich beim Betreten des Raumes selber klar,
dass Sie kein Bittsteller sind, sondern ein interessantes
Angebot unterbreiten werden!
*
Gehen Sie aufrecht auf Ihren Gesprächspartner zu, stellen
Sie dabei Blickkontakt her und wecken Sie mit einem freundlichen
Lächeln erste Sympathien!
*
Begrüßen Sie Ihr Gegenüber mit einem deutlich
wahrnehmbaren (aber nicht zu starken) Händedruck und einer klar
formulierten Begrüßungsformel, in die Sie idealerweise auch den
Namen und den Titel Ihres Gesprächspartners einfließen lassen (zB
"Grüß Gott Herr Magister Mayer!"). Halten Sie auch während
dieser Begrüßung unbedingt Blickkontakt!
*
Falls Ihnen nicht ohnehin ein
Platz angeboten wird, fragen Sie selbstbewusst, wo Sie
Platz nehmen dürfen und – falls vorhanden – Ihre Sachen ablegen
können.
*
Ihre/n Dokumentenmappe, Notizblock, Schreibstift u.ä.
platzieren Sie am besten unmittelbar vor sich auf dem Tisch,
ohne sich dabei jedoch unnötig "aus-zu-breiten" - vor allem,
wenn das Gespräch am Schreibtisch (also im unmittelbaren
"Revier") des Personalentscheiders stattfindet.
*
Nehmen Sie eine offene und aufrechte Sitzposition ein, in der
Sie sich dem Gesprächspartner zuwenden und sich selber wohl
fühlen.
*
Sehen Sie in Ihrem Gegenüber möglichst keinen Prüfer, der
Sie nur "ausquetschen" möchte, sondern einen (gleichwertigen!)
Verhandlungspartner, mit dem Sie eine - für beide Seiten -
optimale Lösung anstreben!
Was die Körpersprache so alles verrät ...
Wie bereits weiter oben festgestellt wurde, trägt die Körpersprache
(auch "nonverbale Kommunikation" genannt) deutlich mehr zur
Eindrucksbildung bei, als Art und Inhalt des gesprochenen Wortes. Das
Schwierigkeit bei der (bewussten) Kontrolle der eigenen Körpersprache
besteht jedoch im Umstand, dass diese "nonverbale Kommunikation" meist
unbewusst bzw. "automatisch" abläuft und sich deshalb auch nicht so ohne
weiteres lenken / beeinflussen lässt.
Aber keine Sorge - Sie sollen jetzt keineswegs versuchen, sich im
Gespräch hinter der Körpersprache einer Person zu "verstecken", die Sie
in Wahrheit selber nicht sind; aber auch wenn Sie in der Folge weder zum
totalen "Selbstüberwacher", noch zum kompletten "Schauspieler" mutieren
sollen, zahlt es sich auch für Bewerber aus, gelegentlich im
Gesprächsverlauf vor allem auf folgende Körpersignale zu achten:
*
Suchen Sie in erster Linie den Blickkontakt zu Ihrem
Gesprächspartner – besonders während er zu Ihnen spricht; damit
signalisieren Sie ihm Interesse, Aufmerksamkeit und
Selbstsicherheit.
*
Nehmen Sie eine aufrechte und offene Sitzhaltung ein und
wenden Sie dabei Ihre Körperfront dem Personalisten zu.
*
Wenn zwei Verhandlungspartner (zumeist unbewusst) eine
ähnliche Sitzhaltung einnehmen (was auch "Spiegeln" genannt
wird), signalisiert das grundsätzliche Einigkeit und
gegenseitige Sympathie; diesen Zustand kann man natürlich auch
bewusst / gezielt herstellen ...
*
Nehmen Sie (sich Ihren) Platz, indem Sie versuchen, mit
Ihrer Sitzhaltung eine möglichst große Sesselfläche zu
beanspruchen (also tunlichst nicht auf der Sesselkante
sitzend, sondern aufrecht und zurückgelehnt!).
*
Vermeiden Sie jegliches "Ineinander-Verschränken" der
Arme und auch der Hände, da man damit Verschlossenheit, Skepsis
und Reserviertheit signalisiert. Ein "Fest-Halten" an
Sessellehnen, Tischkanten u.ä. ist ebenso wenig empfehlenswert.
* Falls Sie sich im Gesprächsverlauf
selber unsicher fühlen, gewinnen Sie wieder an
"Standfestigkeit", indem Sie bewusst beide Fußsohlen zur Gänze
auf den Fußboden stellen ("Erden").
* der
wichtigste Punkt zum Schluss: "Erlauben Sie Ihrem Körper zu
kommunizieren!"
Lassen Sie also Ihre eigene Körpersprache getrost zu !
Machen Sie sich dabei auch keine Sorgen, dass Ihre Gestik oder
Mimik übertrieben oder unangebracht sein könnte; die meisten
Menschen haben von Natur aus eine "passende" Körpersprache, mit
der das gesprochene Wort nonverbal unterstrichen und verstärkt
wird. Blockieren Sie also Ihre eigene Körpersprache nicht (z.B.
indem Sie sich irgendwo "fest-klammern"), sondern lassen Sie
Ihren Händen und Gesichtszügen während des Sprechens ruhig
freien Lauf.
Was beim Verbalverhalten zu beachten ist
Sogar wenn Sie Ihre Körpersprache "auf Vordermann" gebracht haben
und auch auf sämtliche wichtigen Fragen im Vorstellungsgespräch gut
vorbereitet sind, werden Sie mit der Berücksichtigung der folgenden
Tipps auch mit Ihrem "Verbal-Auftritt" noch den einen oder anderen
zusätzlichen Gutpunkt sammeln:
* Sprechen Sie den Pesonalverantwortlichen gelegentlich
(aber nicht ständig!) im Gesprächsverlauf mit Namen (und
gegebenenfalls Titel) an. Praktisch jeder Gesprächspartner
reagiert positiv auf die Nennung seines Namens, da man sich
dabei nicht nur als bloßer Funktionsträger, sondern als
(unverwechselbare) Person wahrgenommen und respektiert fühlt.
*
Sprechen Sie klar, deutlich sowie in vollständigen und
positiv formulierten Sätzen. Nehmen Sie sich beim Sprechen die
Zeit, die Sie - auch zum Überdenken Ihrer Antworten - benötigen!
*
Äußern Sie von sich aus ausschließlich nur jene
Informationen, die uneingeschränkt für Sie sprechen und erwähnen
Sie Negatives nicht einmal ansatzweise! Aufmerksame und für
negative Informationen besonders "empfängliche" Personalisten
hören meist (auch zwischen den Zeilen!) besonders gut zu und
haken bei derartigen Hinweisen sofort und unbarmherzig nach –
soweit sollten Sie es gar nicht erst kommen lassen!
*
Wenn Sie mit Ihrer Antwort fertig sind und eine (meist
von Bewerbern als recht unangenehm empfundene) Pause entsteht,
widerstehen Sie der Versuchung, unvermittelt (und oft
unreflektiert!) weiter zu sprechen, sondern erwarten in Ruhe die
Reaktion Ihres Gesprächspartners. Erst im Falle einer längeren
"Sende-Pause", fragen Sie von sich aus nach, ob und worüber Ihr
Gegenüber vielleicht noch weiterführende Informationen wünscht.
*
Vermeiden Sie immer wieder kehrende und zu lange
sogenannte "Füll-Laute" (wie zB "ääähh, hmmm" u.ä.) zwischen den
einzelnen Satzteilen. Nehmen Sie sich stattdessen - noch
bevor Sie zu Sprechen beginnen - genug Zeit, um Ihre Antwort
bereits gedanklich vorzubereiten und unterlassen Sie es
tunlichst, unreflektiert und "wie aus der Pistole geschossen" zu
antworten.
*
Stellen Sie selber ruhig auch schon während des
Gesprächsverlaufs (und nicht erst am Gesprächs-Ende!) Fragen,
die zum Unternehmen und/oder zur zu besetzenden Funktion passen.
Mit derartigen "klugen" Fragen unterstreichen Sie Ihr Interesse
und stellen damit überdies klar, dass Sie selber wissen, worauf
es in den entsprechenden Positionen ankommt.
Professionelle Gesprächs-NACHBEREITUNG
"Ich danke Ihnen für das Gespräch – Auf Wiedersehen!"
Wenn Sie nun das Büro des Personalverantwortlichen verlassen, können Sie
erst einmal tief durchatmen, denn eine wichtige Stufe auf dem Weg zum
nächsten Job-Angebot haben Sie gerade hinter sich gebracht. Verlassen
Sie sich aber jetzt nicht darauf, dass es zu diesem Zeitpunkt immer
ausreicht, nur noch passiv abzuwarten, bis Ihnen die Personalisten ihre
Entscheidung von sich aus mitteilen ... !
Die unmittelbare Gesprächs-Nachbereitung
Dazu setzen Sie sich möglichst bald nach dem Gesprächstermin an
einen ungestörten Ort und gehen im Geist den Verlauf des
Vorstellungsgesprächs noch einmal in aller Ruhe durch. Überarbeiten Sie
auch gleich Ihre Notizen, die Sie vielleicht während des
Gesprächsverlauf zu Papier gebracht haben und ergänzen Sie diese nun
nachträglich um alle erinnerbaren Informationen, die Sie sich während
des Gesprächs (noch) nicht aufgeschrieben haben. Alle weiterführenden
Angaben zur zu besetzenden Position, zum Unternehmen selbst oder auch zu
den innerbetrieblichen Rahmenbedingungen usw. können Ihnen in
weiterführenden Gesprächen, die heutzutage eher die Regel, als die
Ausnahme darstellen, die entscheidenden Pluspunkte einbringen.
Genauso notieren Sie sich bei dieser Gelegenheit auch gleich sämtliche
(weiterführenden) Fragen, die Sie während der ersten Gesprächsrunde
(noch) nicht klären konnten. Im Falle einer Zusage und/oder eines
weiteren Gesprächstermins können Sie dann diese aktualisierte
Fragenliste - mit den bereits konkreteren Fragestellungen - mit den
zuständigen Personen bearbeiten.
Das Nachfass-Schreiben
Für den Fall, dass während des Gesprächs irgendwelche Zeugnisse,
Nachweise oder Bestätigungen thematisiert wurden, die Sie jedoch nicht
unmittelbar erbringen konnten, wäre es empfehlenswert, die
entsprechenden Belege als Anlage eines sogenannten Nachfassschreibens -
heutzutage ohne weiteres auch in Form eines eMails - nach zu reichen.
Als Einstiegsformulierungen für derartige Schreiben sind höfliche
Dankesworte (im Stile von "...für das aufschlussreiche und informative
Gespräch..." u.ä.) prinzipiell gut geeignet. Darüber hinaus können in
einem derartigen Schreiben alle relevanten Informationen nach
geliefert werden, die aus Bewerbersicht bisher zu kurz gekommen sind.
Von einem bloßen "Widerkäuen" bereits ausgetauschter Informationen ohne
jeglichen Neuheits-Charakter sollte man jedoch - auch aus Respekt vor
den zumeist beschränkten Zeit-Ressourcen der Personalentscheider -
tunlichst Abstand nehmen!
Unterstreichen Sie abschließend Ihre Hoffnung auf eine - für Sie -
positive Entscheidung, indem Sie konkretisieren, warum - auch nach dem
Gespräch - gerade diese Funktion bzw. die Mitarbeit in gerade diesem
Unternehmen für Sie so besonders interessant ist ...
Wenn Ihre Geduld auf eine (harte) Probe gestellt wird ...
Leider erfordert der gesamte Bewerbungsprozess von den
Job-Anwärtern immer wieder nicht unerhebliche Mengen an Ausdauer und
Geduld. Auch wenn es sich die meisten Bewerber wünschen würden, wird
eine personal-relevante Entscheidung von den zuständigen Personen nur in
Ausnahmefällen bereits im Verlauf des Vorstellungsgesprächs getroffen
und mitgeteilt. Weil die definitiven Personalentscheidungen in der Regel
erst nach dem Gespräch mit dem letzten Positions-Anwärter getroffen
werden, müssen Bewerber nach den eigenen Gesprächen prinzipiell mit
unterschiedlich (!) langen Wartezeiten rechnen.
Nachdem Sie - gemäß unserem Ratschlag - ja bereits im
Vorstellungsgespräch geklärt haben, wie lange es in etwa dauern wird,
bis man Ihnen eine Entscheidung mitteilen wird, können Sie sich ja nun
zumindest auf einen konkreten Zeitraum einstellen. Lassen Sie jedoch
auch diese "Wartezeit" keinesfalls ungenutzt verstreichen, und bewerben
Sie sich jedenfalls intensiv und ohne Unterbrechung weiter! Auch wenn
Sie mit einem besonders "guten Gefühl" aus einem Gespräch kommen, zögern
Sie dennoch nicht, auch alle weiteren Gesprächseinladungen ebenfalls
wahr zu nehmen, denn im "schlimmsten" Fall liegen Ihnen dann im weiteren
Bewerbungsverlauf sogar mehrere konkrete Jobangebote und eine daraus
resultierende "Wahlfreiheit" vor, um die Sie die meisten Bewerber nur
beneiden können ...
Sobald die - im Gespräch konkretisierte - Wartefrist jedoch abgelaufen
ist, ohne dass Sie die vereinbarten weiterführenden Informationen
erhalten haben, können Sie getrost selber den nächsten Schritt setzen,
indem Sie - am besten telefonischen - Kontakt mit Ihrem Gesprächspartner
aufnehmen, um sich dabei ganz zwanglos (und möglichst ohne jeglichen
vorwurfsvollen Unterton!) zu erkundigen, ob es bereits eine Entscheidung
gibt und – falls nicht – mit welcher (weiteren) Wartefrist Sie
diesbezüglich in etwa rechnen müssen.
Wundern Sie sich aber nicht, wenn Sie dieses "Spielchen" gleich mehrmals
durchspielen müssen bzw. die personalverantwortlichen Personen nur
schwer oder gar nicht erreichen, was im Verlauf von Recruiting-Prozessen
heute leider gar nicht selten vorkommt. Aber auch wenn dieser Umstand
natürlich als wenig vielversprechendes Zeichen gewertet werden könnte,
sollten Sie Ihre Bewerbung erst dann endgültig "zu den Akten" legen,
wenn Sie diesbezüglich eine eindeutige Absage erhalten haben!
Über den richtigen / konstruktiven Umgang mit Absagen
Sobald Sie sich einmal intensiv bewerben, werden Sie schon bald
feststellen müssen, dass regelmäßige Absagen zum Bewerbungsprozess
einfach dazugehören. Natürlich ist es für keinen Bewerber besonders
angenehm, wiederholt Absagen zu erhalten; dennoch sollten Sie in diesem
Fall nicht den Fehler machen, derartige ablehnende Bescheide als Zeichen
Ihres persönlichen Versagens zu interpretieren, sondern viel mehr als
ein Indiz dafür, dass der entsprechende Job auf lange Sicht
wahrscheinlich ohnehin nicht zu Ihnen gepasst hätte. Eine Absage als
Reaktion auf eine Aktivbewerbung bedeutet in der Regel, dass zum
Zeitpunkt Ihrer Initiativ-Bewerbung einfach kein Bedarf an
entsprechendem Personal herrschte.
Wenn Sie jedoch bei einem Unternehmen bereits Gespräche für eine
bestimmte Position geführt haben und danach eine Absage erhalten,
sollten Sie jedenfalls versuchen, den Ursachen für Ihre Ablehnung weiter
"auf den Grund" zu gehen. Beachten Sie dabei aber unbedingt, dass es bei
einer neuerlichen Kontaktaufnahme mit den entsprechenden
Personalentscheidern nicht darum geht, zu versuchen, diese noch
einmal umzustimmen. Stattdessen erbitten Sie lediglich
(konstruktives!) Feedback zu Ihrem Ausscheiden aus dem Kandidatenpool
und versuchen dabei beispielsweise in Erfahrung zu bringen, welche
konkreten Fähigkeiten, Qualifikationen und Eigenschaften Ihnen für die
jeweilige Position fehlen.
Keinesfalls darf bei diesem "Nachhaken" bei Personalisten der Eindruck
entstehen, dass sie sich für die erteilte Absage bei Ihnen nicht
rechtfertigen sollen! Aber auch bei freundlichem und diplomatischem
Nachfragen fällt es vielen Personalentscheidern immer noch schwer,
konkrete Kritik auch Bewerbern gegenüber in Worte zu fassen. Lassen Sie
sich von diesem Umstand aber nicht zurückhalten, denn nur wer überhaupt
nachfragt, erhält eine Chance auf verwertbares Feedback. Falls Ihnen
dann bei diesen "Feedback-Gesprächen" bestimmte Qualifikations-Defizite
wiederholt attestiert werden, können Sie davon eindeutig ableiten, wo
Ihre Weiterbildungsaktivitäten ansetzen müssen, um Ihre zukünftigen
Jobchancen zu erhöhen ...
Schließlich können Sie diesen abschließenden Kontakt mit dem
Personalisten auch noch dazu nutzen, um folgende Anliegen vorzubringen:
* Ersuchen Sie - wenn möglich - um
eine Evidenznahme Ihrer Bewerbungsunterlagen!
* Nutzen Sie die Branchen- und
Insiderinformationen der kontaktierten Personalisten und fragen
Sie ganz konkret nach, an wen Sie Ihre Bewerbungen sonst noch
versenden könnten!
* Erteilen Sie gegebenenfalls auch
die Erlaubnis, dass Ihre Unterlagen bei Bedarf auch an andere
personalsuchende Unternehmen weitergegeben werden dürfen!
* Hinterlassen Sie aber jedenfalls mit Ihrer
Freundlichkeit und Ihrem Respekt einen möglichst positiven
Eindruck - die Welt ist schließlich klein ... !
Auf in die nächste (Bewerbungs-)Runde ...
Heutzutage kommt es leider immer seltener vor, dass Bewerber nach
nur einem Vorstellungsgespräch bereits eine fixe Job-Zusage
erhalten. Die Wahrscheinlichkeit dafür steigt also, dass Sie in
weiterführenden Gesprächen auch noch von weiteren Entscheidungsträgern
(unmittelbare Vorgesetzte, fachlich versierte Experten, Geschäftsführer
u.ä.) befragt werden und/oder während weiterer Gesprächs-Termine erst
die Details Ihrer Arbeitsaufnahme (z.B. genaue Inhalte des
Arbeitsvertrages) konkretisiert werden.
Jedenfalls sollten Sie (noch) nicht automatisch davon ausgehen, dass Sie
- sobald Sie eine weitere Gesprächseinladung erhalten - den Job bereits
sicher "in der Tasche" haben. Auch wenn die Zahl Ihrer "Mitbewerber" in
den weiteren Selektions-Runden immer geringer wird, dürfen Sie sich
gerade jetzt keinen - noch so kleinen - Fehler leisten. Da Sie selber
nicht genau wissen können, welcher Ihrer jeweiligen Gesprächspartner wie
viel bei der Personalentscheidung mit zu reden hat, sollten Sie
jedenfalls versuchen, jedem eine ähnlich hohe Anerkennung, Sympathie und
Nachsicht entgegenzubringen; auch dann, wenn Ihnen bestimmte Fragen
eventuell immer wieder aufs Neue gestellt werden ...
Stellen Sie sich der Herausforderung und geben Sie dabei Ihr Bestes!
Sobald Ihnen in dieser- oder jeden anderen Phase Ihrer Bewerbung eine
Frage Kopfzerbrechen bereitet, für die Sie hier keine Antwort finden,
nehmen Sie am besten ganz einfach mit uns
Kontakt auf!
Wir unterstützen Sie kompetent und professionell, damit Sie schon bald
hören:
"Meinen Glückwunsch - Wir haben uns für Sie
entschieden - Sie haben den Job !!!"